Warum Biokohle
Grund 6: Biokohle schafft vielfachen Nutzen durch das Recycling von Kohlenstoff
In der Natur zirkuliert Kohlenstoff in ausgewogener Weise, aus der Atmosphäre, hinein in die Pflanzen und andere Lebensformen, in den Boden, wo Lebewesen entstehen und wieder abgebaut werden, in Gewässer hinein und heraus, und schliesslich wieder zurück in die Atmosphäre.
Wie haben den Kohlenstoffkreislauf der Natur gestört. Wir verschieben die wertvolle Ressource Kohlenstoff auf einer Einbahnstrasse in die Atmosphäre, durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, die nicht nachhaltige Ausbeutung unserer Böden und Entwaldung. Biokohle bietet uns die Gelegenheit, das überschüssige Kohlendioxid aus der Atmosphäre zurück in den Boden zu führen.
Materielle wie auch immaterielle Nutzen mit vielfältigem Gewinnpotenzialen entstehen dann, wenn wir anfangen, Kohlenstoff mit Biokohle zurückzuführen.
Pflanzen absorbieren Kohlendioxid aus der Atmosphäre bei der Photosynthese und verwenden es, um während des Wachstums Kohlenhydrate und eine Vielzahl von kohlenstoffhaltigen Strukturmolekülen zu bilden. Wenn Biokohle aus biogenen Abfallströmen erzeugt und im Boden eingebracht wird, geht etwa die Hälfte des Kohlenstoffs aus der Biomasse in eine stabile Form über, die nur sehr schwer zu Kohlendioxid oxidiert und zurück in die Atmosphäre entweicht. Das ist der erste Schritt des Kohlenstoff-Recycling.
Der zweite Schritt findet statt, wenn die andere Hälfte des Kohlenstoffs als Synthesegas freigesetzt und dazu verwendet wird, um fossile Energieträger zu ersetzen. Dieser Teil des Kohlenstoffs wird oxidiert, um Strom und/oder Wärme zu produzieren, und wird in die Atmosphäre freigesetzt.
Der dritte Schritt im Kohlenstoff-Recycling ist gegeben, weil Biokohle die Produktivität in der Landwirtschaft erhöht. Die Pflanzen produzieren mehr über-und unterirdische Biomasse. Daraus folgt, dass durch die Steigerung der Produktivität mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre absorbiert und ein Teil davon in den Boden als organischen Kohlenstoff übertragen wird. Die Steigerung der Produktivität erhöht auch die Menge der Abfallströme, die wiederum für die Erzeugung von Biokohle zur Verfügung steht.
Vermehrte Produktion von Biokohle bedeutet, dass mehr landwirtschaftliche Nutzflächen mit Biokohle bedient werden können, was wiederum die Produktivität, und damit das Kohlenstoff-Recycling, in einer kontinuierlich expandierenden Spirale erhöht.
Die materiellen Vorteile des Kohlenstoff-Recyclings bedeuten höhere finanzielle Margen, nicht nur aufgrund der erhöhten Produktivität, sondern auch durch niedrige Input-Kosten für Dünger (oder Kompost im Bio-Landbau). Gesunde Böden benötigen weniger Interventionen zur Erzeugung von gesunden Pflanzen. Sie umfassen auch Energieeinsparungen und / oder Einkünfte aus dem Verkauf der Energie, die bei der Pyrolyse entsteht. Materielle Vorteile können auch Einkommen als Ergebnis der positiven Klimawirkungen von Biokohle sein, entweder aus dem Handel in Kohlenstoff-Märkten, oder einfach aus dem Marktvorteil, der einer Firma erwächst, die sich als sozial verantwortlich mit Bezug auf Klimawandel positioniert.
Die immateriellen Vorteile sind die positiven Klimawirkungen von Biokohle, aber auch der verbesserte Nährwert der erzeugten Nahrungsmittel und die daraus resultierenden Vorteile für die menschliche Gesundheit.
Alles in allem scheint die Natur mehr als bereit zu sein, uns für das Kohlenstoff- Recycling zu belohnen.